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29.08.2009 - Schanzenrekord in Hakuba


Trotz Bestweite nur auf Platz 3

Beim ersten Springen in Hakuba gewinnt Noriaki Kasai vor seinem Landsmann Fumihisa Yumoto und Simon Ammann. Schon nach dem ersten Durchgang liegen die zwei Japaner in Führung und gleich dahinter Simi in aussichtsreicher Position drei.

Der Wind wechselt immer wieder die Richtung und Stärke, was auch die eher kürzeren Weiten verdeutlichen.

Die Schanzen in Hakuba sind noch nach einem älteren Profil gebaut und der Wind hat einen grösseren Einfluss als anderswo.


Für den Laien ist zudem folgende Erklärung der Windverhältnisse aufschlussreich. Hat ein Springer -0.5m/s Rückenwind und sein Gegener +0.5m/s Aufwind, so ist der Unterschied grösser als wenn ein Springer 0m/s hat und sein Gegner 1m/s Aufwind. Die Aerodynamik hat hier so ihre Tücken.

Stimmt der Faktor auf der jeweiligen Schanze, gleichen sich die Verhältnisse auch aus und die Qualität eines Sprunges wird deutlich sichtbar. Bis jetzt geschieht dies leider nur auf der Rangliste. Sollte die Regel jedoch auch im Winter bleiben, wird der Faktor hoffentlich für den Fernsehzuschauer wie auch für den Stadionbesucher visuel verständlich gemacht.


Hier in Hakuba scheint nun erstmals eine ziemliche Unstimmigkeit des Faktors eine Rolle gespielt zu haben. Zudem Springt einer im zweiten Durchgang Schanzenrekord - das ist auch die einzige Möglichkeit um noch nach vorne zu kommen - wird jedoch noch mit schlechten Stilnoten bestraft und da die Jury nun endlich auch erblickt hat, dass es zuviel Anlauf hat, wird verkürzt. Dies hat zur Folge das die Konkurrenz, die jetzt noch von einem noch besseren Aufwind profitiert, trotzdem auf eine gute Weite fliegt und zusätzlich noch Bonuspunkte wegen dem verringerten Anlauf einheimst.


Dies wäre eine Erklärung für einen Profi... wie soll den der Zuschauer zuhause ohne all diese Informationen den Durchblick bekommen??


Simon meint dazu: "Man darf sich in dieser Phase nicht allzusehr verwirren lassen. Am Anfang scheint die Formel auf dem Papier noch sehr einfach, doch nur in der Praxis wird sie noch verfeinert werden können. Dies war ein Springen mit viel Weisungscharakter.

Ich habe mich trotz der Umstände am meisten an der Jury gestört, die beim genauen Hinschauen sicher sofort hätte merken müssen, dass Luke 14 bei Windstille für mich bestimmt zuviel sein müssten.

Ich wollte meinem Trainer noch ein Zeichen geben was er aber wegen der Sicht nicht klar erkennen konnte. Freiwillig verkürzen wollte ich wegen des Rückstandes jedoch nicht. Ich hatte sozusagen ein Deja-vue vom letzten Jahr.

Als die Jury dann endlich verkürzte und Fumihisa immer noch auf 126m flog, wurde mir sofort klar, dass es nicht reichen würde.

Kurz gesagt, die Jury hat jetzt anstatt der grossen Entscheidung vor jedem Durchgang, nun während desjenigen viele kleine Entscheidungen zu treffen. Die Fehler der Jury passieren nun auch mit dem Faktor. Ich frage mich wo da die Qualität bleibt. Gerade diese Situationen wollte man ja in Zukunft vermeiden..."


"Was passiert ist, ist passiert. Etwas will ich aber zum Schluss noch einmal deutlich erwähnen... ich habe jeden der 136m genossen!"