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08.03.2010 - Simon Ammann, Naturtalent
Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick prägte den Satz: «Man kann nicht nicht kommunizieren!» («Jedes Verhalten hat kommunikativen Charakter.»). Dies wurde dieser Tage wieder einmal sehr schön bestätigt. Von Skispringer Simon Ammann. Er ist offenbar nicht nur in seiner Sportart ein grosses Talent, sondern auch, was die Kommunikation angeht. Egal, ob man vom Skispringen etwas versteht oder nicht: Flimmert Simon Ammann über den Bildschirm, bleibt sogar manch ein Sportmuffel hängen. Und das liegt nicht nur an seiner - nun: sehr speziellen - Sonnenbrille, die er beim einen oder anderen Siegerinterview an den Olympischen Winterspielen in seinem freudestrahlenden Gesicht trug; nein es liegt daran, dass er sich nicht versteckt, sich selber ist und sich dabei nicht durch Mikrophone oder Kameras beirren lässt. Wie Ammann, nachdem er seine erste Goldmedaille an der Olympiade auf sicher hatte, Bundespräsidentin Doris Leuthard in die Arme nahm, war schon grosses Kino. Er sagte der ganzen Welt, ohne ein Wort zu verlieren: Ich bin überglücklich. Ich möchte meine Freude mit allen teilen. Und: Ich könnte die ganze Welt umarmen. Und wie ansteckend das ist - sprich: wie echt diese Botschaft, diese Kommunikation war, bestätigte Doris Leuthard gleich selbst. Sie machte nicht etwa auf staatsmännisch, sondern liess sich herzen...Man stelle sich vor, Barack Obama hätte sich im Zielraum aufgehalten und Lindsey Vonn wäre ihm - an all den Sicherheitsleuten vorbei(!) - um den Hals gefallen. Undenkbar.
Und was ist der Effekt des Ganzen? Bundespräsidentin Doris Leuthard sagte der Schweizer Illustrierten gegenüber: «Die Umarmung von Simon Ammann werde ich lange in Erinnerung behalten». Und dies wird wohl auch der halben Schweiz so gehen. Kann man besser kommunizieren? Seine Botschaft nachhaltiger platzieren?
- Urs Schnider, Beauftragter Kommunikation der Schweizer Werbung SW